Heidestraßenflair goes Europacity

Gestern wollte ich mit einer Freundin ins Ressort (hinter dem Hamburger Bahnhof am Spandauer Schifffahrtskanal). Wir waren zu spät. Gestern war noch ein privates Konzert, aber der letzte Tag für die Öffentlichkeit war am 16.7.2013.

Ehrlich gesagt war ich sehr schockiert, was schon alles hinter dem Hamburger Bahnhof abgerissen ist, wie ‘zerrupft’ die nun komplett verlassene Halle am Wasser aussieht und überhaupt. Das Ringen um die Art und Weise der Bebauung des Areals habe ich wohl gekonnt verdrängt.

Europacity

Europacity soll das neue Stadtviertel heißen – was leider ein wenig wie ein Einkaufszentrum in einer Kleinstadt klingt.

Hamburger Bahnhof Backside thumb

So lange zumindest die zum Museum Hamburger Bahnhof gehörenden Rieck-Hallen stehen bleiben, bleibt die hauptsächliche Kunstattraktion erhalten. Mit großer Wehmut denke ich an die tolle Zeit, wenn alle vier bis sechs Wochen Vernissage-Freitag in der Heidestraße war. Meine Lieblingsgalerie war in der Halle am Wasser. Die Kunstszene hat hoffentlich Obdach in der Potsdamer Straße gefunden.

Das, was wir alle – oder zumindest viele – an Berlin so bewundern, die ständige Erneuerung und Veränderung, bedeutet eben auch, dass Dinge weichen müssen. Jetzt musste eine ganze Szene weichen, die ich sehr mochte. Und ich habe  die Gelegenheit, tolerant und gespannt auf den entstehenden Europakiez zu schauen.

Im März 2013 wurde der Architekturwettbewerb für die Wohnhäuser des geplanten Areals beendet. Und wie es aussieht, wird es wenigstens keine reine Upper-Class-Enklave.