Moabit: mon amour?

Berliner Inselglück

Moabit ist eine Insel. Von Wasser umgeben, also von Spree, Spandauer Schiffahrtskanal und Charlottenburger Schiffahrtskanal.

Ein anderer in Moabit lebender Blogger schrieb einmal skeptisch, dass mon amour wohl zu viel gesagt sei. Ich hingegen muss jedes Mal, wenn mir in ‘unserem’ Bezirk etwas Schönes begegnet innerlich “Moabit, mon amour” denken.

Die ersten Moabiter: Hugenotten

Mir gefällt die Erklärung, dass der Name Moabits von den Hugenotten stamme – denen einst aufgetragen wurde, hier Seidenraupen zu züchten. Als religionsbedingte Flüchtlinge könnten sie ihren Zufluchtsort angelehnt an die Bibel “terre de Moab” genannt haben. Darum “mon amour” auch auf Französisch.

Melting-Pot und Gentrifizierung

Jenseits dieser Romantik hat Moabit natürlich seine Probleme. Menschen vielerlei Herkunft mit unterschiedlichem Einkommens- und Bildungshintergrund und unterschiedlichen Erwartungen an ihr Lebensumfeld treffen aufeinander. Doch dafür bleibt es meistens friedlich.

Bislang scheint die sogenannte Gentrifizierung noch nicht allzu fortgeschritten, obwohl ich gerade vor einer Woche (Juni 2013) das erste Mal ein Gespräch hörte, dass eine Familie mit Kindern wegziehen müsse, weil sie keinen geeigneten Wohnraum unter 1000 Euro mehr finden könne.

Schönes

Wie viele vor mir bin ich damals bewusst nach Moabit gezogen. Mir schien gerade der Mix aus Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, aller Altersklassen und ‘Schichten’ das Normalste für eine Großstadt. Und dass sich seit Anfang 2007 (als ich hierher kam) langsam einige schöne Entwicklungen erkennen lassen, bestätigt das Bauchgefühl.

 

Klar, es werden immer noch viel zu viele “Casinos” aufgemacht. Aber auch handwerkliche Betriebe, die ungewöhnliche und gute Lebensmittel herstellen, andere Handwerker, schöne Geschäfte und Cafés siedeln sich hier an. Außerdem gab es in Moabit schon immer (mal wieder) viel zu sehen, zu kaufen und zu probieren über die Jahrzehnte.

All das möchte dieses Blog zeigen, beschreiben, empfehlen.

Was Sie als Leser noch wissen sollten: Ich berichte über Menschen, Orte und Dinge, über die ich wertschätzend berichten kann. Harsche Kritik wird man nur dort von mir lesen, wo ich für meine Aufgabe halte, Konsumenten vor dem Schlimmsten bewahren zu müssen.

Und so huldigt diese Seite mit ihren Unterseiten den liebenswerten Aspekten von Moabit, mon amour.